Emilie Henriette Bumiller geb. Raab

 

Emilie Henriette Raab (* 12.03.1859 in Kaiserslautern; † 15.05.1930 in Mannheim) wurde als Tochter des Jacob Raab geboren. Ihr Vater war Mitbegründer des heute in der Saint-Gobain Building Distribution Deutschland GmbH integrierten Unternehmens Raab Karcher. Sie heiratete Eugen Bumiller (*16.09.1847; † 09.10.1922), der 1902 Geschäftsführer der Raab, Karcher & Cie. in Mannheim wurde.

Nach dem Tode ihres Ehemanns verwendete Frau Bumiller ein Großteil ihres Vermögens für wohltätige Zwecke. 1928 setzt sie in ihrem Testament eine Stiftung in der keiner staatlichen Kontrolle unterliegenden Rechtsform einer GmbH als ihre Haupterbin ein. 1930 wurde die Bumiller-Raab-Haus Gesellschaft mit beschränkter Haftung errichtet.

Das Wohnhaus von Frau Bumiller in L 9, 6 mit Inventar wurde zum ersten Wohnheim der Stiftung, das aber 1943 bei einem Fliegerangriff zerstört wurde.

Nach Kriegsende bildete das der GmbH verbliebene Vermögen den Grundstock für die Errichtung eines großen Teils der studentischen Wohnheimplätze in Mannheim. Der Zweck der Stiftung wurde dabei durch Änderungen des Gesellschaftsvertrags den jeweils neuen Gegebenheiten angepasst. Bis 1971 wohnten 20 Studenten im wieder aufgebauten Bumiller-Raab-Haus in L 9, 6; das bis 1980 betriebene Hans-Meltzer-Haus in L 2, 2-4 verfügte über 10 Doppel- und 25 Einzelzimmer für Studentinnen. Nach dem Bezug des Curt-Sandig-Hauses mit 157 Einzelzimmern im Jahr 1971 stellte die Bumiller-Raab-Haus-Stiftung damals noch mehr als die Hälfte (55 %) aller Plätze in Mannheimer Studentenwohnheimen zur Verfügung.

Die Grabstätte von Frau Bumiller im Rosenrondell des Mannheimer Zentralfriedhofs wird von der Bumiller-Raab-Haus gGmbH unterhalten; die Pflege übernehmen die Heimsprecher des Curt-Sandig-Hauses.